Beschreibung
Gebrauchtwaffe aus gepflegtem Vorbesitz im Neuzustand mit geringer Schussbelastung. Komplett inklusive Schachtel und ein Reservemagazin.
Walther PP .22 LR – seltene Ulmer Kleinkaliber-Ausführung aus dem Jahr 1972
Die Walther PP im Kaliber .22 LR aus Ulmer Fertigung, Baujahr 1972, ist eine besonders interessante und heute vergleichsweise selten anzutreffende Ausführung eines der bedeutendsten deutschen Pistolenklassiker. Während die Walther PP vor allem im Kaliber 7,65 mm Browning (.32 ACP) große Verbreitung als Polizei-, Behörden- und zivile Gebrauchspistole fand, wurden wesentlich weniger Exemplare im Kleinkaliber .22 Long Rifle gefertigt.
Das hier angebotene Exemplar verbindet damit gleich mehrere attraktive Eigenschaften: klassische Walther-Konstruktion, Ganzstahlbauweise, deutsche Ulmer Beschuss- und Fertigungstradition, das seltenere Kaliber .22 LR und das klar zuordenbare Herstellungsjahr 1972.
Die Walther PP – ein deutscher Pistolenklassiker
Die Bezeichnung PP steht für „Polizeipistole“. Das 1929 vorgestellte Modell war für seine Zeit außerordentlich fortschrittlich. Insbesondere die Verbindung aus Double-Action-/Single-Action-Abzug, außenliegendem Hahn, Sicherungs-/Entspannsystem und unverriegeltem Masseverschluss machte die Konstruktion wegweisend.
Aus der PP entstand 1931 die kürzere Walther PPK, die das grundlegende technische Konzept übernahm. Die PP blieb mit ihrem längeren Griffstück und 98-mm-Lauf jedoch das ausgewachsene Modell der Baureihe.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Fertigung der PP-Familie in Zusammenarbeit mit dem französischen Unternehmen Manurhin in Mulhouse wieder aufgenommen. Dabei ist der Begriff „Ulmer Fertigung“ historisch etwas differenziert zu betrachten: Wesentliche Komponenten der Nachkriegs-PP wurden über lange Zeit bei Manurhin gefertigt und anschließend bei Walther in Ulm fertiggestellt, beschossen und unter der Marke Walther ausgeliefert. Die Qualität dieser Waffen gilt als ausgesprochen hoch. Für die PP- und PPK-Produktion aus Mulhouse/Ulm werden insgesamt rund 392.570 PP angegeben.
Seltene Walther PP im Kaliber .22 LR
Die .22-LR-Version war innerhalb der PP-Familie eine eigenständige Werksausführung und keineswegs lediglich eine nachträglich umgebaute Zentralfeuerpistole. Die Nachkriegswaffen im Kaliber .22 LR sind unter anderem an dem für die Kleinkaliberfertigung verwendeten „LR“-Zusatz bei der Seriennummer zu erkennen. Historische Quellen bestätigen ausdrücklich, dass Manurhin/Walther PP und PPK neben 7,65 mm Browning und 9 mm kurz auch als speziell angepasste .22-LR-Randfeuerversionen fertigte.
Gesichert ist dagegen, dass die .22-LR-Ausführung einen eigenen Seriennummernbereich mit dem Zusatz LR besaß und gegenüber der dominierenden 7,65-mm-Version erheblich weniger verbreitet ist. Dieses Ulmer Exemplar trägt beispielsweise die Seriennummer 36109 LR.
Für Sammler ist eine Walther PP .22 LR mit originalem Ulmer Beschuss von 1972 deshalb deutlich interessanter als eine gewöhnliche PP 7,65 mm aus demselben Zeitraum.
Technische Daten der Walther PP .22 LR
- Hersteller: Carl Walther Waffenfabrik / Walther, Ulm/Donau
- Modell: PP – Polizeipistole
- Kaliber: .22 Long Rifle / 5,6 mm lfB
- Baujahr dieses Exemplars: 1972
- Waffenart: halbautomatische Selbstladepistole
- Funktionsprinzip: unverriegelter Feder-Masse-Verschluss
- Abzug: Double Action / Single Action (DA/SA)
- Lauflänge: ca. 98 mm
- Gesamtlänge: ca. 170 mm
- Gesamthöhe: ca. 109 mm
- Breite: ca. 30 mm
- Gewicht: ca. 640 g
- Magazinkapazität: bei historischen .22-LR-Versionen abhängig von Ausführung/Magazin: 8 Patronen
- Lauf: feststehend
- Visierung: klassische offene Kimme-und-Korn-Visierung
- Griffstück: Stahl
- Verschluss: Stahl
- Sicherung: manuelle Sicherungs-/Entspannvorrichtung
- Hahn: außenliegend
Ein wesentlicher Reiz dieser Walther PP liegt heute in ihrer klassischen Stahlkonstruktion. Griffstück, Verschluss und wesentliche Funktionsteile vermitteln eine Fertigungsphilosophie, die sich deutlich von modernen, auf möglichst niedriges Gewicht und kosteneffiziente Großserienfertigung ausgelegten Polymerpistolen unterscheidet.
Gerade die PP- und PPK-Modelle der Nachkriegszeit genießen einen ausgezeichneten Ruf hinsichtlich Passungen, Oberflächenbearbeitung, Brünierung und mechanischer Qualität. Zeitgenössische Quellen beschreiben die Qualität der bei Manurhin gefertigten und von Walther kontrollierten Nachkriegswaffen ausdrücklich als auf dem Niveau der früheren Walther-Produktion.
Der feststehende Lauf ist konstruktiv ebenfalls interessant. Im Gegensatz zu vielen modernen Gebrauchspistolen bewegt beziehungsweise kippt der Lauf beim Repetiervorgang nicht. Der Verschluss läuft direkt nach hinten, während der Lauf fest mit dem Griffstück verbunden bleibt. Das einfache Masseverschlussprinzip eignet sich besonders gut für die leistungsschwache .22-LR-Patrone.
War die Walther PP .22 LR eine Behördenwaffe?
Das vielleicht interessanteste Beispiel ist Großbritannien: Das britische Royal Army Ordnance Corps beschaffte 1974 mehrere tausend Walther PP im Kaliber .22 LR für das Ulster Defence Regiment. Die Pistolen erhielten die britische Bezeichnung L66A1 und wurden unter anderem als persönliche Seitenwaffen für Angehörige des Regiments eingesetzt. Als Seriennummernbereich dieser militärischen .22-LR-Walther werden ungefähr 41693 bis 45088 genannt.
Damit ist eindeutig dokumentiert, dass die Walther PP .22 LR auch eine militärisch bzw. behördlich beschaffte Waffe war.
Walther PP .22 LR von 1972 – heute ein interessantes Sammlerstück
Während eine Walther PP im Kaliber 7,65 mm Browning auch heute noch relativ regelmäßig auf dem europäischen Gebrauchtwaffenmarkt auftaucht, ist die PP im Kaliber .22 LR deutlich ungewöhnlicher.
Besonders reizvoll ist die Kombination aus:
Walther PP + Ganzstahlbauweise + .22 LR + Ulm/Donau + Baujahr 1972.
Damit eignet sich dieses Exemplar nicht nur für Liebhaber klassischer deutscher Pistolen, sondern insbesondere für Walther-Sammler und Sammler historischer Polizei- und Gebrauchspistolen. Gleichzeitig bietet das Kaliber .22 LR einen sehr angenehmen Schießkomfort mit geringem Rückstoß.
Die hervorragende Verarbeitung, die elegante Linienführung und die mechanische Qualität der klassischen PP-Serie machen diese Pistole zu einem authentischen Vertreter jener Epoche, in der Walther seinen internationalen Ruf als Hersteller hochwertiger deutscher Gebrauchs- und Behördenpistolen festigte.
Ein Stück lagernd. Pistole Kategorie B. Für den Erwerb ist eine Waffenbesitzkarte oder ein Waffenpass erforderlich. Kat. B Waffen belegen einen Platz auf dem waffenrechtlichen Dokument.







